Mit einer Briefkastenfirma die Steuerlast drücken, das war gestern. Apple gründete eine Offshorefirma in Irland, nutzt eine Lücke im internationalen Recht und zahlt auf Milliardenumsätze gar nichts mehr. Mit vielen solcher fiesen Beispiele zeigt Bastian Brinkmann, wie das ganz große Geld herbei getrickst wird: „Steueroasen schaden allen. Sie entziehen unseren Gesellschaften Geld, das wir eigentlich dringend in die Zukunft investieren müssten.“ Brinkmanns gründlich recherchierter und flott geschriebener Report beginnt beim Handwerksmeister, der ein paar Tausend Euro im Ausland parkt und gierig wird. Es folgen verurteilte Promis und internationale Großkonzerne. Am Ende steht nur eine Frage: Warum lassen wir uns das gefallen?

Bastian Brinkmann: Die geprellte Gesellschaft – Warum wir uns mit der Steuerflucht von Reichen und Konzernen nicht abfinden dürfen. Deutsche Verlags-Anstalt 2014, 256 Seiten

Zuerst die gute Nachricht: Das Zeitalter des Kapitalismus geht zu Ende. Doch um sich weiterzuentwickeln, muss die Menscheit den technologischen Wandel bei knappen Energieressourcen bewältigen. Der Ökonom Jeremy Rifkin sieht eine große Chance in einem neuen System des Gemeinguts: „Während der vom materiellen Gewinn getriebene kapitalistische Markt auf Eigennutz basiert, charakterisiert die sozialen Commons das Interesse an der Zusammenarbeit, hinter dem ein aufrichtiges Verlangen nach Kontakt mit anderen und Teilhabe steht. Während Ersterer Eigentumsrecht, Vorsicht und Streben nach Autonomie propagiert, bevorzugt letzterer quelloffene Innovation, Transparenz und die Suche nach Gemeinschaft.“ Rifkins Fantasie kennt keine Grenzen. Er zeichnet eine kühne Visionen davon, wie eine gemeinschaftlich organisierte Welt funktionieren könnte und stellt das Internet ins Zentrum. Jeremy Rifkin macht Lust auf Veränderung.

Jeremy Rifkin: Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft – Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus. Übersetzt von Bernhard Schmid; Campus 2014, 524 Seiten