Die junge Autorin Julia Friedrichs hat die seltene Gabe, Begegnungen mit völlig unterschiedlichen Menschen und eigene Alltagsbeobachtungen so zu verknüpfen, dass daraus ein Panorama aktueller gesellschaftlicher Debatten entsteht. Das bewies sie bereits 2008 in ihrem ersten Buch „Gestatten: Elite“ und 2009 mit der sozialkritischen Reportage „Deutschland dritter Klasse“. Nun suchte sie nach Menschen, die in ihrem Leben etwas Besonderes erreichen wollten, ihren Idealen treu blieben oder sie mit dem Beratervertrag verrieten. Denn wie soll eine junge Generation an Utopien glauben und für eine gerechtere Welt streiten, wenn es an glaubwürdigen Vorbildern mangelt? Vor allem die Porträts von Gerhard Schröder, Joschka Fischer und Rezzo Schlauch lassen erahnen, weshalb die Politik jungen Leute Antworten schuldig bleibt.

Julia Friedrichs: Ideale – Auf der Suche nach dem, was zählt. Hoffmann und Campe 2011, 272 Seiten

„Wer sind sie? Was wollen sie? Wofür stehen sie politisch? Was machen sie anders als die etablierten Parteien? Und was erzählt ihr Erfolg über unsere Zeit, unsere Gesellschaft, unsere Kommunikation?“ Diese aktuellen Fragen über die Piratenpartei beantwortet Friederike Schilbach mit Beiträgen von Autorinnen und Autoren aus Politik, Presse und Publizistik. Ihre Interviews, Berichte und Analysen entwerfen das vielschichtige Bild einer Partei auf Selbstfindungskurs, die nicht allein wie bisher mit netzpolitischen Forderungen wirbt, „sondern mit einer neuen Interpretation politischer Prozesse.“ Zugleich läuft bei den Piraten die thematische Erweiterung mit maximaler Transparenz auf Hochtouren.

Friederike Schilbach (Hg.): Die Piratenpartei – Alles klar zum Entern? Bloomsbury 2011, 224 Seiten