Gängige Vorstellungen über den IS als mächtigste Terrororganisation lauten: Al-Quaida-Abspaltung, kriminelles Kartell, Gotteskrieger mit apokalyptischen Visionen. Für Christoph Reuter trifft keine dieser Theorien allein zu: „Die Paradoxie am Aufstieg des „Islamischen Staates“ liegt darin, dass er in dem Moment möglich wurde, als sich viele Menschen in Syrien – wie zuvor in Tunesien, Ägypten, Libyen – gegen Diktatur und Unterdrückung erhoben.“ Er sieht im IS ein tödliches Bündnis von ehemaligen Geheimdienstlern und Militärs des Saddam-Regimes im Irak mit Dschihadisten. Christoph Reuter beschreibt detailliert Aufbau und Entwicklung der Organisation, ihre Erfolge und Niederlagen. Er setzt sich mit ihrer Wirtschaft und ihrer Propaganda auseinander, untersucht Strategien und Ziele. Leider wurden einige Szenarien inzwischen Realität. Wer sich darüber Gedanken macht, wie der Terror-Export gestoppt werden kann, kommt an diesem Buch kaum vorbei.

Christoph Reuter: Die schwarze Macht – Der „Islamische Staat“ und die Strategen des Terrors. Deutsche Verlags-Anstalt 2015, 352 Seiten

Zugegeben, der Titel „Garantiert beschissen!“ klingt krass, doch das Buch hat es in sich. Holger Balodis und Dagmar Hühne nehmen die Versicherungswirtschaft von allen Seiten penibel unter die Lupe, ihr hartes Fazit: „Hier wird das Volk zur Beute von Politik und Versicherungswirtschaft. Und die vermeintliche Altersvorsorge wird zum Selbstbedienungsladen.“ Wie kam es dazu? Vor allem der inzwischen breite Niedriglohnsektor drückt das Niveau, zudem zahlen Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Politiker nicht in die Rentenkasse ein. Doch damit nicht genug, „die Qualität der Lebens- und Rentenversicherungen ist ein Desaster, heute noch mehr als früher. Über 80 Prozent der Kunden werden damit effektiv Geld verlieren.“ Statt für eine auskömmliche Rente zu sorgen, haben Bundesregierungen den Markt für die Versicherungsunternehmen geschaffen.

Holger Balodis, Dagmar Hühne: Garantiert beschissen! Der ganz legale Betrug mit den Lebensversicherungen. Westend 2015, 256 Seiten